Fernheilungskurse?

Frans Stiene Articles, Deutsch Leave a Comment

Ich sehe immer mehr Leute, die Fernreiki-Kurse für jedes Level – Shoden I, Okuden II, Shinpiden III –  anbieten. Es ist für mich ein wenig traurig zu sehen. Natürlich haben wir alle unsere eigene Reise zu machen und ich will damit nicht sagen, dass ein Weg besser als der andere ist. Aber lasst uns genauer draufschauen, damit ihr versteht, was ich meine.

Das Reiki-System ist traditionell eine Meditationspraxis um dein großes Inneres Licht (alt.: Die wahre Natur deines Seins) hervorzubringen. Es heißt nicht einfach ein Reiju/eine Einstimmung zu erhalten, um dann schnellstens damit loszulegen die Welt zu heilen. Da ist so viel mehr in dieser Praxis.

Die Kunst der Meditation besteht nicht nur aus der Praxis der Atemtechnik, die man online durch Artikel oder Videos lernen kann. Wahre Meditation muss man persönlich von einem qualifizierten Lehrer vermittelt bekommen. Warum? Weil jede Meditationstechnik und jede Person einzigartig ist. Ein guter Lehrer muss -und will- die Schüler/-innen sehen.  Wie atmen sie? Wie sitzen sie? Und was macht ihr Geist während der Meditation, etc.? Das kann der Lehrer nur in einer Klasse, in der Schüler/innen persönlich anwesend sind, beobachten.

Ein anderer Punkt ist, dass ein guter Lehrer den Schüler beim Handauflegen oder Hand über den Klienten halten beobachten will, damit er ihm helfen kann, zu einem noch besseren Reiki-Praktiker zu werden. Auf was genau achtet der Lehrer denn dabei? Er schaut wie der Schüler steht oder sitzt, wie sie die Hände platzieren, Was antworten sie auf die Fragen des Klienten mit dem sie arbeiten und wie gehen sie mit ihren Kommentaren um? Auch hier können wir wieder nur durch den persönlichen Kontakt, nicht aber durch die Übertragung durch eine Webcam,  genau beobachten und das Feedback durch die direkte Begleitung eines Schüler geben.

Das heißt nun nicht, dass nun nicht das man Online- und persönlichen Unterricht nicht kombinieren kann, wen der Lehrer das Medium Internet nutzen und solche Kurse zusätzlich anbieten bieten möchte.  Der Online Kurs kann den Teilnehmer/innen flexible Zeiten ermöglichen und mag natürlich auch Reisen zu den Klassen vor Ort sparen – dennoch scheint es mir auch einige wirklich wichtige Elemente des Unterrichts zu behindern- oder gar zu verhindern.

Natürlich gehen wir davon aus, das die Motive jedes Einzelnen gut und aufrichtig und zum Wohle aller sind – aber wir dürfen uns dennoch fragen, warum manche damit anfangen, Shoden Reiki I, Okuden Reiki II und Shinpiden Reiki III Kurse  anzubieten. Ist es, weil sie Geld damit machen wollen?  Klar, Geld ist eine wunderbare Sache, aber hier geht es um eine spirituelle Lehre. Ich frage mich wie sehr dieser spirituelle Aspekt, besonders bei den Schüler/-innen, die sich noch am Anfang ihrer spirituellen Entwicklung befinden, wirklich in der Tiefe über Teleklassen  transportiert werden kann?

Ein anderes sehr wichtiges Element ist auch die Initiation/Einstimmung. Auch hier muss der Lehrer wieder sehen, ob die Schüler/-innen in der richtigen Position sitzen, ob sie korrekt atmen und ob ihr Geist gerade passend präsent ist.
Warum? Es braucht eben zwei zum Tango tanzen. Das Reiju/die Einstimmung ist keine Einbahnstraße in der der Lehrer irgendwas für dich macht. Wenn wir das denken, haben wir ein Missverständnis drüber, was ein Reiju wirklich ist. Daher muss ein wahres Reiju direkt und persönlich vom Lehrer gegeben werden damit er den Schüler in den Zustand von „Rechtem Raum-, Geist- und Körperzustand und Rechtem Sprechen“ für das Reiju beobachten und begleiten kann.

Bei einem Online-Reiju mag der Student fokussiert und ruhig aussehen, die Hände sind vielleicht perfekt in der Gassho-Position, aber außerhalb des Bildausschnittes kann er mit den Füßen vor Nervosität oder ängstlicher Unruhe auf dem Boden tappen. Der Lehrer kann beim Mensch-zu-Mensch Kontakt klarer und in allen Nuancen sehen, welche Erfahrungen der Schüler vor ihm gerade macht und kann dann darauf eingehen.

Außerdem kann es während einer Reiki Klasse auch schon mal emotional werden. Entweder während der Meditation, Heilung/Session mit- oder ohne Handauflegen, oder während eines Reiju kann ein Schüler starke Emotionen und Reaktionen erfahren. Wenn dies passiert, kann die physische Präsenz des Lehrers und der anderen Teilnehmer/-innen einen beruhigenden Effekt haben. Wenn z. B. ein Schüler zu weinen anfängt, während die Grippe praktiziert, kann eine Umarmung, oder ein Berühren der Schulter unschätzbar wertvoll und genau das sein, was der Schüler in dem Moment braucht,
Zusammen mit der emotionalen Unterstützung ist ein weiteres Argument , zu sehen wie andere Menschen praktizieren. Ein Gruppenformat bringt Erfahrungen und Fragen hervor, die man online so nicht  duplizieren kann.

Das sind noch viel mehr Elemente, dies es notwendig machen, den Shoden Reiki I, Okuden Reiki II und den Shinpiden Reiki III Kurs persönlich eins-zu-eins zu vermitteln.

Wir können sagen, dass es genauso ist, als wollten wir Skifahren- oder Violine spielen lernen. Natürlich können wir das online machen. Aber was bekommen oder lernen wir denn da wirklich?

Versteht mich nicht falsch – Online-Kurse sind wunderbar, wir von IHR geben auch Online-Kurse, aber eher als Unterstützung für Schüler/-innen, die schon an persönlich an Kursen teilgenommen haben.

Also spart nicht bei euch selbst am falschen Ende, sondern geht zu einem guten Lehrer der euch persönlich unterrichtet, damit ihr für euch das Beste und größtmögliche aus dem Reiki-System und eurer Reiki-Praxis herausholen könnt.

Translated by Sabine Zuendorf

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